Reisen und Mee(h)r...
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Hausbooturlaub in Brandenburg und Berlin

Reisebericht von Andreas Sohn Herbst 2010

Mit dem Zug vom Bodensee nach Zürich, dem Flugzeug nach Berlin, mit Bus und S-Bahn nach Potsdam – endlich sind wir (9 Kegelfreunde) im Hafen der Marina Potsdam angekommen.

 

Nach einer ausführlichen Einweisung und der Übergabe des Schiffes waren wir endlich Kapitän und Mannschaft unserer 10m-Motoryacht und durch den Inhaber eines Sportbootsführerscheins (unser Skipper) befähigt, die Seen und Flüsse rund um Berlin unsicher zu machen.

 

Den wichtigsten Proviant hatten wir uns schon an Bord bringen lassen – ein Service des Vermieters, der alles von der Zahnbürste bis zum Toastbrot einschloss. Den Rest holten wir noch im nahegelegenen Lidl – mit Hilfe von Schubkarren, die man uns wohlweislich auslieh.

 

An Bord gab es eine Mappe mit Tourenvorschlägen von unterschiedlicher Dauer, egal ob 5, 7 oder 14 Tage, alles was dabei. Die Karten enthielten alle Informationen, die wir für die Fahrt benötigten: Entfernung, ungefähre Fahrdauer, Geschwindigkeitsbeschränkungen, sämtliche Stadtteile, Schleusen,  Häfen, Anlegestellen, Tankstellen etc. Die Strecke war sehr schnell klar – wir wollten den Wannsee und natürlich Berlin erkunden.

 

Schnell wurden die Funktionen an Bord verteilt: Steuermann, Schiffsjunge, Navigator, Zahlmeister, Festmacher (natürlich mit zwei Funktionen: An Land festmachen und Feste an Land machen), Skipper, Smutje, Mechaniko, Bordgeistlicher (kümmerte sich um die täglichen Probleme, war Schlichter und sann nach Lösungen bei  Gruppenkoller) und dann fuhren wir los.

 

In den folgenden Tagen stellt sich schnell ein Rhythmus ein: abwechselnd hatte einer Brötchendienst, unser Smutje versorgte uns mit einem tollen Frühstück, nach dem Aufräumen legten wir ab - immer Richtung Berlin Zentrum, vorbei an idyllischen, lauschigen Plätzen, an Ferienhaussiedlungen, an Wohngebieten, Industrieanlagen, Kieswerken, kleinen Dörfern, Vororten, dann Charlottenburg und Berlin Mitte. Bis vier Uhr hatten wir uns meist einen Liegeplatz ausgesucht und mit der Zeit klappte auch das Anlegemanöver recht schnell.

Dann duschen, Landfein machen und essen gehen (sehr preisgünstig in Berlin und Umgebung). Die Abende verbrachten wir gemütlich bei einem Glas Wein an Bord oder es ging in die Stadt.

 

Anlegen konnten wir an den ausgeschriebenen Anlegeplätzen (für eine Nacht kostenlos), wobei wir hier die sanitären Anlagen an Bord benutzten. Oder aber wir übernachteten in einem Hafen (€ 30-50.- pro Nacht), konnten die sanitären Anlagen der Häfen nutzen, Frischwasser tanken, Abwasser entsorgen, tanken und natürlich frischen Proviant besorgen.

 

Die Tage vergingen wie im Flug und waren ausgefüllt mit den kontrastreichen Fahrtrouten und 2-3 Schleusenabenteuern pro Tag.

Vor einer Schleuse gibt es eine rote Ampel, wo man wartet, bis sie grün zeigt. Dann erst durften wir in die Schleuse einfahren – es waren meist so 2-3 Boote jeglicher Größer in einer Schleuse.

Drei aus unserer Mannschaft waren eingeteilt: vorne, hinten und seitlich auf dem Schiff, damit sie beim Be- oder Entwässern der Schleuse die Leinen entsprechend lockern oder nachnehmen konnten.

Sobald wir dann auf der Höhe des nachkommenden Kanals waren, gab die Ampel grünes Licht und wir konnten rausfahren.

Bei jeder Schleuse gab es einen Schleusenmeister, der den Schleusenvorgang durchführte, jedoch kein Personal für die Schiffe. Überall waren Hinweistafeln, die den Schleusengang und die Anweisungen für den Skipper genau beschrieben.

Nur an der Schleuse Neukölln ist niemand – hier gibt es eine genaue Bedienungsanleitung und man muss den Hebel der Schleuse selbst betätigen.

Die erste Schleusenfahrt war es noch richtig aufregend, aber mit jedem Mal fiel es uns leichter und wir verbrachten mehr Zeit damit, die anderen Schiffe beim Schleusen zu beobachten, vor allem die, die noch nicht die Erfahrung gesammelt hatten, die wir meinten schon zu besitzen.

Irritierend waren manche Hinweise wie Wartungsarbeiten oder kleine Boote nach hinten (wir waren groß und das einzige Schiff in der Schleuse). Einmal haben wir deshalb die Notfallnummer angerufen, die an jedem Hinweisschild gegeben wird. Die Schleuse stand halb offen und es tat sich außer den lustigen Meldungen absolut nichts mehr. Eigentlich dachte ich, jemand vom Schleusendienst am Telefon zu haben, war aber direkt mit einer netten weiblichen Stimme von der Wasserschutzpolizei verbunden. Die Dame verständigte daraufhin den Schleusendienst und tatsächlich ging die Schleuse dann zu und alles funktionierte so, wie es sein sollte. Wir vermuten noch heute, dass da eine versteckte Kamera war und wir wahrscheinlich an der Weihnachtsfeier der Schleuservereinigung in einer Filmvorführung, bei Frank Elsner oder später sogar in YouTube zu sehen sind.

 

In Berlin selbst besichtigten wir den Reichstag und sind mit der obligatorischen Bus Linie 100 alle Sehenswürdigkeiten abgefahren.

Ansonsten haben wir unsere eigene Besichtigungstour mit unserem Hausboot genossen: unter  Brücken hindurch, wo wir uns manchmal nicht sicher waren, ob es von der Höhe her reicht, an Engstellen vorbei, wobei wir immer auf die Kursschiffe achten mussten, die grundsätzlich Vorfahrt haben und dieses Recht auch gnadenlos nutzen. Und dann waren da noch die Frachter, die 2000m Auslauf brauchen bis sie zum Stillstand kommen.

 

Hausboote sind nicht unbedingt gerne gesehen, werden aber toleriert, solange sie sich an die Vorschriften halten – und manchmal ging es wirklich sehr eng her und es war schon sehr spannend.

 

Und immer ganz nahe dran an den Sehenswürdigkeiten, z.B. an der Museumsinsel oder am DDR-Museum. Faszinierend war auch, wie in Berlin jeder freie Platz an der Spree genutzt wurde, ob als Cafe, Restaurant, Liegestuhlverleih oder Liegewiese.

 

Nun mussten wir uns wieder auf den Rückweg machen über den Wannsee, vorbei an extrem vielen Ruderern, Segelbooten, Ausflugsschiffen und fahrbaren Eigenbauten bis zur Marina Potsdam, um unser Schiff wieder abzugeben.

 

Insgesamt haben wir in einer Woche ca. 300 Kilometer zurückgelegt und nun hieß es auf zur Endreinigung, Frischwasser füllen, Abwasser entsorgen, tanken und ausladen – das Ende einer spannenden und ereignisreichen Hausboottour.

 

Alle Familienväter unter uns – sieben – waren uns einig: sofort wieder und dann aber mit Familie!

 

 

 

 

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