Reisen und Mee(h)r...
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Südtirol und die Messner Mountain Museen

Reisebericht von Christine Engelmann

Seit ich letztes Jahr zum ersten Mal von den Messner Museen gehört habe, fiebere ich dem ersten Besuch entgegen. Leider sind zu dieser Jahreszeit nicht alle fünf Museen geöffnet. MMM Ripa und MMM Dolomites sind noch geschlossen – aber wir freuen uns auf die anderen drei…

Karfreitag 06.00 Uhr Abfahrt nach Bozen. 1. Stopp Raststätte Europabrücke McDonalds – nicht wegen der Burger, sondern wegen den fantastisch großen Panorama-Fenstern und dem damit verbundenen tollen Ausblick! Um die verspannten Muskeln vom Fahren wieder in Gang zu bringen, eignet sich der kurze Aufstieg zur Europakapelle am Anfang der Raststätte.

Weiterfahrt nach Bozen, trotz angesagtem Osterverkehr völlig unproblematisch. Abfahrt Bozen Süd und weiter zum MMM Messner Mountain Museum Firmian im Schloss Sigmundskron. Vom Parkplatz aus geht ein steiler Weg bergab zum Museum, ungeeignet für Kinderwägen oder Leute, die schlecht zu Fuß sind (das Museumsgelände ist übrigens auch nicht Rollstuhl-geeignet).

Wir hatten Glück. 12.30 Uhr Einführung in deutsch – gerade rechtzeitig und auf jeden Fall empfehlenswert. Dauerte ca. eine dreiviertel Stunde und gab einen guten Einblick über den Aufbau und den Hintergrund des Museums. Und dann los… faszinierend ist die Kombination aus altem Gemäuer, Stahl und Glas, alles so integriert, das es niemals störend wirkt. Die Stahltreppen und –konstruktionen oder Glasflächen sind reversibel eingebaut, d.h. man kann alles wieder entfernen, ohne die Substanz zu verändern. Reinhold Messner hat das Schloss für 30 Jahre gemietet und musste sich an bestimmte Auflagen halten, u.a. natürlich vom Denkmalschutz.

Im Laufe des Rundganges erfährt man durch Bilder, Skulpturen und symbolische Gegenstände vieles über die alpine Geschichte, die Bedeutung der Berge für die Menschen und den Einfluss der Berge auf die Religionen.

Man braucht viel Zeit – nicht um zu lesen, wie in so vielen anderen Museen, sondern um die vielen Dinge und bildhaften Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Es gibt so viele kleine Nischen, in denen man irgendetwas entdecken kann – und ganz wichtig: so viele Plätze zum Entspannen und genießen. Der Burghof ist riesig und bietet sehr viele Sitz- und Picknickmöglichkeiten. Hat man dazu keine Lust, kann man auch im angeschlossenen Lokal einheimische Spezialitäten genießen.



Nach dem intensiven Museumsrundgang noch ein Spaziergang durch Bozen, schöne alte Häuser und unglaublich viel los – hier gibts es keinen Feiertag am Karfreitag.

Rückfahrt nach Brixen und ab ins Pustertal, hier liegt unsere Ferienwohnung. Der erste Eindruck: wie im Schwarzwald, der zweite: super ausgebautes Fahrradwegenetz (ist uns auch schon in Bozen aufgefallen). Die Fewo in Terenten ist mit 28qm klein, aber ausreichend – allerdings sehr kalt. Auf Nachfrage wurde die Heizung zwar eingeschalten, aber mit dem Hinweis, dass das Öl ausgehen könnte und Nachschub gibt’s erst nächste Woche – na dann Prost! „Es stünde ja noch ein Heizlüfter zur Verfügung“.

Auffallend hier im Tal ist die große Anzahl an Neubauten – ältere Häuser und Höfe sieht man wenig.



 

 

Für Ostersamstag ist Regen und Gewitter vorausgesagt, daher ändern wir unser Programm kurzfristig und fahren nach Bruneck. Als erstes stechen uns natürlich die Hinweisschilder auf das MMM Messner Mountain Museum Ripa ins Auge und obwohl wir wissen, dass das Museum geschlossen ist, laufen wir zur Burg, wie viele andere auch und stehen vor verschlossener Tür – schade. Also wieder runter und durch die wunderschöne Altstadt.

Nach einem Spaziergang und einem köstlichen Matcha (Milch mit grünem Tee gemixt) im sehr alten und wunderschönen Stadtcafé fahren wir ins Gadertal und weiter ins Vigiltal in den Naturpark Fanes-Sennes, um wenigstens noch etwas von den Dolomiten zu sehen – Wälder haben wir auch zu Hause...



Gadertal, Pustertal

 

 

Auf 1540m am Rifugio Peduro entscheiden wir uns für einen steilen Aufstieg, um einen noch besseren Eindruck von der kargen Berglandschaft zu bekommen. Nach ca. 6 steilen Kehren donnert es, in kürzester Zeit sind wir mitten in einem Hagelsturm und entscheiden uns, umzudrehen – obwohl uns erstaunlicherweise immer noch Wanderer von unten entgegenkommen. Und nicht etwa Profis, sondern Normalos in Turnschuhen… Der Hagelsturm geht dann in Platzregen über und wir sind froh wieder im Auto zusitzen.



© Christine Engelmann Mühlenweg Terenten, Pustertal

 

 

Gegen sechs Uhr kommt wieder die Sonne raus und wir unternehmen noch einen kleinen Rundgang durch Terenten mit Ziel Erdpyramiden und den alten Mühlen. Der Mühlenweg dauerst ca. 1 Stunde und führt zu sechs historischen, noch funktionsfähigen Mühlen und weiter zu den Erdpyramiden.

© Christine Engelmann Schneesturm auf dem Jaufenpass

 

 

Für Ostersonntag war eigentlich gutes Wetter vorhergesagt und so beschließen wir einen kleinen Umweg über den Jaufenpass nach Meran und weiter zum MMM Messner Mountain Museum Juval zu fahren. Allerdings zieht es sehr schnell zu und wir schleichen uns mitten in einem Schneesturm über den 2100m hohen Pass. 

Aber schon auf der Fahrt talwärts klart der Himmel auf und wir genießen das satte Grün und den weiten sonnendurchfluteten Blick ins Tal. Kurz nach Meran Richtung Stilfser Joch kommt auch schon auf der rechten Seite der Parkplatz des MMM Messner Mountain Museum Juval.

Für den Auf- und Abstieg sind 2,5 Stunden gerechnet – da der Shuttlebus gerade ankommt, überlegen wir nicht lange. Bis zur Abfahrt ist er gerammelt voll incl. der Stehplätze. Nach einer kurven- und nervenaufreibenden Auffahrt (es fielen Sätze wie: „Sind wir hier in Malle, dass Plätze besetzt werden?“ und „Ich bin die ganze Zeit gestanden, also verlasse ich auch als erstes den Bus!!!“) stehen wir unterhalb der Burg. Alle stürmen geradewegs weiter, wir sehen ein kleines Schild, das auf einen botanischen Weg Richtung Burg zeigt und 10 Minuten länger dauert als der direkte. Das nehmen wir in Kauf und werden belohnt. Statt in der Horde laufen wir durch einen Wald auf einem alten, idyllischen Fußweg entlang an kleinen Hinweisschildern auf die jeweiligen Pflanzen vorbei.

Oben angekommen, Eintrittskarte gekauft und auf die Führung gewartet – hier ist der Privat- und zeitweilige Wohnsitz der Familie Messner und man kann die Burg nur im Rahmen einer Führung besichtigen – z.B. den Arbeits- und Wohnraum, Expeditionskeller mit Ausrüstungsgegenständen und Vorräten, die Maskenausstellung und den Meditationsraum. Überall – wie auch im Firmian – entdeckt man wieder Ausstellungsstücke, große und kleine Besonderheiten. Außerdem gibt es noch eine kleinen Tierpark, den angeschlossenen Bauernhof und mehrere Lokalitäten.



 

 

 

© Christine Engelmann Eingang zum MMM Ortles

Nach einem halbstündigem Spaziergang zurück zum Parkplatz geht es weiter nach Sulden. Das Wetter spielt immer noch mit, allerdings geht ein eiskalter, stürmischer Wind. Dort sind wir im ersten Moment etwas überrascht über den kleinen Parkplatz und den noch kleineren, unscheinbaren Eingang zum MMM Messner Mountain Museum Ortles. Nach den imposanten Burgen und Schlössern der letzten drei Museen wirkt dieses von außen direkt mickrig. "Im End der Welt" (das Museum ist unterirdisch angelegt) erhalten wir mit der Eintrittskarte jedoch gleich eine persönliche Einführung und Erklärung – diese fällt nach meiner späteren Beobachtung je nach Interesse mal kürzer mal länger aus… Hier dreht sich alles darum, wie das Thema Eis von Künstlern im Laufe der Jahrhunderte festgehalten wurde (die weltweit größte Gemäldesammlung über den Ortler), man kann Eisgeräte aus zwei Jahrhunderten und einen Film über die Antarktisüberquerung von R. Messner mit Arved Fuchs 1989/1990 anschauen. Man hört das Donnern von Lawinen, den Wind und Steinschlag – um einen Eindruck von den "Schrecken des Eises und der Finsternis" zu erleben. Insgesamt eine beeindruckende Zusammenstellung – und doch ganz anders als die beiden letzten Museen.

Das Yak&Yeti, indem es neben Südtiroler Küche auch Gerichte aus dem Schneeland Himalaja gibt, ist leider, leider geschlossen… somit fahren wir direkt zurück ins Pustertal, rund 200 Kilometer.

 



© Christine Engelmann Altstadt Brixen

 

Am Ostermontag reicht die Zeit noch für einen Ausflug nach Brixen – für mich die schönste Altstadt von den dreien, die wir besichtigt haben.

 

Nun noch ein Abstecher ins Pflerschtal, um noch ein bisschen die Berge zu genießen und ab nach Hause.

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

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