Reisen und Mee(h)r...
Reisen und Mee(h)r...

Urlaub in Gummistiefeln

Reisebericht von Martin Diener September 2011

© Martin Diener Hebriden

„Hebriden?" – wo ist denn das nun wieder? Die Antwort lautet: Das sind die Inseln, die der britischen Hauptinsel („Mainland“ – Kontinent wäre wo ganz anders) im Nordwesten vorgelagert sind.

 

Tatsächlich gibt es die Inneren Hebriden, die haufenartig dem Schottischen Hochland direkt vorgelagert sind. Sie sind noch mäßig dicht und ständig besiedelt und im Falle der Insel Skye sogar mit dem Auto über eine Brücke erreichbar.   Zwischen den Inneren und der Kette der Äußeren Hebriden im Westen liegt ein Meeresarm (Kleine und Grosse Minch), welcher durch die Äußeren Hebriden ein wenig gegen den offenen Atlantik abgeschirmt wird. Diese Inselwelt mit wenig zugänglichen Steilküsten ist gewissermaßen eine maritime Fortsetzung der Schottischen Highlands.

 

Wer in Schottland Urlaub macht, bringt sowieso nicht die gleichen Erwartungen mit, die man an kontinentale oder gar mediterrane Ziele des Massentourismus hätte. Hier geht es nicht um Strandurlaub und größere touristische Erschließungen sucht man vergeblich. Anstatt Menschenansammlungen, welche die Natur dort gar nicht ertragen würde, gibt es wilde Abgeschiedenheit, kleine, urige Siedlungen und verlassene Gehöfte die man nur querfeldein, über Moos und durch Gestrüpp erreicht.

 

Obwohl auch auf den Hebriden gewandert, Mountainbike gefahren, Vögel beobachtet und womöglich sogar Whiskey-Destillerien besucht werden, hat es mich zum Segeln in diese Gewässer gezogen. Entsprechend unterscheidet sich auch das traditionelle Segeln dort von dem, was ich vom Mittelmeer, Nord- und Ostsee her kenne.   

© Martin Diener Segelurlaub Hebriden

Anstatt auf den heutigen Industriejachten mit allerlei Rolleinrichtungen für Segel, die mal besser – mal schlechter funktionieren, segelte ich auf einem umgebauten ehemaligen Fischkutter, der mit Wohneinrichtungen für drei Besatzungsmitglieder und acht Gäste ausgerüstet, und ganz traditionell mit einem Kutterrigg ausgestattet wurde. Anstatt Plastik gibt es Holz. Das führt dann dazu, dass die Gäste nicht nur mit anfassen, man darf auch richtig mit „hinlangen“. Jeden Morgen werden mit dem Grossegel erstmal eine gute Tonne an Gewicht den Mast hinaufgezogen. Das geht von Hand wenn die ganze Mannschaft mit anpackt. Und die traditionelle Seemannschaft, die dabei gepflegt wird, ist auch erforderlich - denn Starkwind ist garantiert, auch während der Sommermonate. Dabei habe ich mich immer auf die einheimischen Skipper verlassen können. Lange und anstrengende Nachtschläge waren eher die Ausnahme. Wenn man die Inseln von St. Kilda besucht, die den Äußeren Hebriden vorgelagert im freien Atlantik liegen, ist das allerdings nicht zu vermeiden.

 

Sonst werden die Tagesziele meist so gewählt, dass man abends in einer einsamen Bucht vor Anker liegt und das vorzügliche Dinner in Ruhe genießen kann (vergessen Sie hier alle Vorurteile gegen die englische Küche). Auch die einzigen dort anzutreffenden Bewohner, Seehunde, Seeadler und vielleicht noch eine Hand voll Schafe, stören die Nachtruhe nicht. 

 

Dank der Erfahrung der Skipper habe ich auch nie einen Morgen erlebt, an dem es nicht weiter gegangen wäre weil man ein Wetter abwarten musste und man nicht aus dem Liegeplatz herausgekommen wäre. Kurz gesagt habe ich dort für mich eine Art des Segelurlaubs entdeckt, bei dem jede Menge „Action“, anspruchsvolle Navigation und Seemannschaft geboten wird ohne mir dabei viele Gedanken machen zu müssen.

 



Skipper und Gastgeber habe ich über das Internet gefunden und gebucht. Die Organisation von An- und Abreise nimmt da schon mehr Zeit in Anspruch. Zunächst gilt es überhaupt nach Schottland zu kommen. Hier gibt es die klassischen Verkehrsmittel vom Kontinent auf die Britischen Inseln wie Zug, Fähre und Flugzeug. Meistens geht es erstmal nach London und von dort weiter. Im Falle von Schottland kommt dann als weiteres „Basislager“ entweder Edinburgh oder Glasgow dazu. Ich empfehle Glasgow. Dort nimmt man vom Bahnhof „Quenn Street“ einen Zug der „West Highland Railway“ der einen entweder nach Oban oder Mallaig bringt.   Schon diese Zugfahrt ist spektakulär. Die Bahn schlängelt sich erst entlang der Küste und erklimmt dann die Höhen der Highlands. So kann man die wilde Landschaft Schottlands vom gemütlichen Bahnsessel aus genießen. Neben Oban und Mallaig ist der dritte Fährhafen Ullapool der Stornoway auf der nördlichsten Insel Lewis mit dem Welt verbindet. 

 

© Martin Diener Strand Hebriden

Nördlich von Glasgow ist man überwiegend auf kleine Pensionen, Hotels und Pubs angewiesen.  Man wird überall Übernachtungsmöglichkeiten finden die den gewohnten modernen Komfort bieten, sollte aber auch offen für Eigenheiten sein, wie zum Beispiel „Black Pudding“ zum Frühstück (das ist eine Art gebratene Schwarzwurst). Und was das Wetter anbelangt so kommen zwei Weisheiten zur Anwendung:

Erstens, wenn dir das Wetter nicht gefällt, dann warte eine halbe Stunde.

Zweitens, es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur unpassende Kleidung. 

Besonders beim Segeln trägt man meist vollständiges Ölzeug.

 

Und zum Schluss noch die Frage nach der Badehose – sie nimmt nicht viel Platz weg – man kann sie ja mal einpacken.  An den Sandstränden wird es dann übrigens nicht liegen, Griechenland und Italien wären neidisch...

 

 

 

 



 

Ihre persönliche Reiseberatung:

07554/2783248

Email schreiben



AKTUELLES

03.10.17 Neue Trauerreise nach Mallorca im November

 

27.07.2017 10 Tage NEW YORK – Wanderstiefel, Ballerinas und Bikini im Gepäck

 

24.04.2017 Neue Trauerreise online

 

                         weiteres...

 
Marktplatz Mittelstand - Büro- und Reiseservice Engelmann
Branchenbuch Frickingen boomarank.de
Flaggen
Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Büro- und Reiseservice Engelmann 11/2010